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Geflügelpest

Informationen zur aktuellen Lage

Stallpflicht für Geflügel im gesamten Kreis Herford aufgehoben

Nachdem in NRW seit dem 24. Februar 2017 kein neuer Fall von Geflügelpest bei Wildvögeln festgestellt wurde, hat das NRW Umweltministerium die landesweiten Vorgaben zur Aufstallung von Geflügel weiter gelockert und die Kreise zu einer erneuten Risikobewertung aufgefordert.

Das Veterinäramt des Kreises Herford hat daraufhin die Stallpflicht für das gesamte Kreisgebiet aufgehoben.

 

Der bisherige Verlauf

Am 08.11.2016 wurden mehrere Infektionen von Wildvögeln mit hochpathogener aviärer Influenza vom Subtyp H5N8 im Kreis Plön in Schleswig-Holstein festgestellt. Weiterhin erfolgten am 09.11.2016 mehrere Infektionen von Wildvögeln in Konstanz am Bodensee in Baden-Württemberg. Am 10.11.2016 bestätigten sich Infektionen im Kreis Vorpommern-Greifswald. In den vorherigen Tagen wurden diese Viren bereits bei Hausgeflügel und Wasservögeln in Ungarn und in Polen, nahe der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern, nachgewiesen. Inzwischen sind auch Hausgeflügelbestände in Schleswig-Holstein betroffen. Eine Verbreitung des Influenzavirus des Subtyps H5N8 durch Wildvögel ist daher wahrscheinlich.

Am 09. 11.2016 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5N8 in Deutschland veröffentlicht. In dieser Risikobewertung wird das Risiko des Eintrags von Geflügelpest des Subtyps H5N8 in Hausgeflügelbeständen über Wildvögel bundesweit als hoch eingeschätzt. Das FLI empfiehlt in seiner Risikoeinschätzung unter anderem die Umsetzung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelbetrieben.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW hat am 13.11.2016 per Erlass die Stallpflicht für Hausgeflügel in Regionen mit erhöhtem Risiko wegen durchziehender Wildvögel verfügt und die Veterinärbehörden angewiesen, Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung der Geflügelpest anzuordnen. Demzufolge wurde mit Tierseuchenverfügung vom 14.11.2016 für den Kreis Herford gemäß § 13 der Geflügelpestverordnung in NRW das Gebiet Vlotho-Weserauen als Risikogebiet ausgewiesen (Allgemeinverfügung vom 14.11.2016).

Inzwischen wurden über 300 Fälle von hochpathogener aviärer Influenza bei Wildvögeln in mehreren Bundesländern nachgewiesen. Auch vier Hausgeflügelbestände in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein waren betroffen. Am 18.11.2016 wurde ein Verdacht bei einem Wildvogel im Kreis Wesel und anschließend ein Verdacht bei einer Ente in Hagen als H5N8 HPAI bestätigt. In der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) vom 18.11.2016 ist von einem hohen Eintragsrisiko in Nutzgeflügelbestände durch direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen, insbesondere bei Haltungen in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen, einschl. Ackerflächen, auf denen sich Wildvögel sammeln und an bestehenden HPAI H5N8 Fundorten. Vor diesen Hintergründen ist eine Ausweitung des Risikogebiets auf den gesamten Kreis Herford mit Aufstallungsverpflichtung von sämtlichen im Kreisgebiet Herford gehaltenen Geflügel erfolgt.

Hier finden Sie die dazugehörige Allgemeinverfügung des Kreises Herford vom 21.11.2016.

Diese Aufstallungsverpflichtung bedeutet die Verpflichtung zur Haltung des Geflügels in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss (Schutzvorrichtung, Voliere, Bauanleitung).

Oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einer Infektion mit HPAIV H5N8. Die Überprüfungen, Optimierung und konsequente Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen ist lt. FLI von höchster Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Eilverordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen erlassen, die am 18.11.2016 im Bundesanzeiger verkündet wurde (Eilverordnung und "Verhaltensregeln für Kleinbetriebe mit Geflügelhaltung (unter 1000 Tiere) und Geflügelhobbyhaltungen"). Zur Einhaltung von Allgemeinen Schutzmaßregeln der Biosicherheit (Fütterung, Tränkung sowie zur Früherkennung von gehäuften Verlusten) sind Geflügelhalter nach der Geflügelpestverordnung rechtlich verpflichtet (s. Merkblatt).

Laut Mitteilung des FLI sind bisher keine Fälle von HPAIV H5N8 Infektionen beim Menschen bekannt. Verlässliche Aussagen zur Virulenz des Erregers für den Menschen sind derzeit noch nicht möglich, da sich das Virus verändert haben könnte.

 

Anzeigepflicht von Geflügelbeständen

Damit im Seuchenfall die Geflügelhalter informiert und die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen schnell und effektiv umgesetzt werden können, ist eine Registrierung der Geflügelhaltung bei der Tierseuchenkasse NRW und beim Veterinäramt Herford erforderlich. Die Anzeigepflicht gilt unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Tiere und ihrem Nutzungszweck – auch Hobbyhaltungen sind zu melden. Wer seinen Geflügelbestand bisher noch nicht gemeldet hat, wird hiermit aufgefordert, seiner Meldepflicht umgehend nachzukommen. Hier finden Sie das entsprechende Formular.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass im Falle eines Ausbruches der Geflügelpest ein Anspruch auf finanzielle Entschädigung durch die Tierseuchenkasse NRW nur dann besteht, wenn der Tierbesitzer seinen gesetzlichen Verpflichtungen, insbesondere der Tierzahlmeldung und Beitragszahlung, ordnungsgemäß nachgekommen ist.

 

Auf Krankheitsanzeichen achten und einen Verdacht melden

Geflügelhalter sollten verstärkt auf die Biosicherheit in ihren Haltungen und Krankheitsanzeichen bei ihren Tieren achten. Sobald Sie Auffälligkeiten beobachten (zum Beispiel unklare/vermehrte Krankheits- oder Todesfälle innerhalb eines kurzen Zeitraums, erhebliche Veränderung der Legeleistung oder der Gewichtszunahme), sind diese unverzüglich dem Veterinäramt Herford zu melden, um die Ursache abklären zu lassen. Anzeigepflichtig ist daher nicht nur der Ausbruch dieser Tierseuche, sondern bereits der Verdacht.

 

Weitere Informationen
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