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Blauzungenkrankheit

Rinder, Schafe und Ziegen dürfen ab sofort mit den Serotypen 4 und 8 gegen die Blauzungenkrankheit (BT) geimpft werden. Die Impfung ist durch die betreuende Tierarztpraxis durchzuführen.

Das Veterinäramt des Kreises Herford hat mit Allgemeinverfügung vom 20.07.2016 den Tierhaltern von Rindern, Schafen und Ziegen im Kreis Herford genehmigt, ihre Tiere freiwillig gegen die Serotypen 4 und 8 der Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Die Impfung darf nur mit Totimpfstoffen durchgeführt werden.

Jede Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist innerhalb von sieben Tagen nach der Durchführung der Impfung in der HIT-Datenbank zu melden.

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, für die vor allem Rinder, Ziegen und Schafe empfänglich sind. Sie wird durch ein Virus verursacht, das durch infizierte Stechmücken (Gnitzen) übertragen wird. Für den Menschen ist diese Tierseuche völlig ungefährlich.

In Südosteuropa kursiert nun seit 2014 ein neuer Serotyp des Blauzungenvirus, das BTV-4, und breitet sich Richtung Norden aus. Im September 2015 trat in der Mitte Frankreichs erstmals seit 2010 wieder BTV-8 auf und verbreitete sich über ein großes Gebiet.

Aufgrund der schnellen Ausbreitung des Virus in Südosteuropa wird vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) das Eintragsrisiko von BTV für Deutschland durch lebende Vektoren in der kommenden Gnitzen-Saison als sehr wahrscheinlich bis hoch eingeschätzt. Eine Bluetongue-Epidemie unter Wiederkäuern in Deutschland hätte schwere wirtschaftliche Schäden als auch beträchtliches Tierleid zur Folge, da sowohl BTV-4 als auch BTV-8 auf eine ungeschützte Population treffen wird.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stellt fest, dass aufgrund der positiven Erfahrungen aus der vergangenen Bluetongue-Epidemie eine effiziente Bekämpfung dieser Tierseuche nur durch eine Impfung von Schafen, Ziegen und Rindern erreicht werden kann. Die alleinige Anwendung von Repellentien kann die Übertragung des Virus durch Gnitzen allenfalls verlangsamen, jedoch nicht sicher verhindern. Es wurde eine eindeutige Impfempfehlung ausgesprochen, mit dem Hinweis, dass die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit jedoch nur dann erfolgreich verhindert werden kann, wenn die Impfabdeckung der empfänglichen Hauswiederkäuerpopulation bei 80 % liegt.

Angesichts der aktuellen Situation wurde die EG Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung daher geändert. Die Impfung gegen BTV-4 und BTV-8 ist ab jetzt auf freiwilliger Basis möglich.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Friedrich-Loeffler-Institut und beim LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit).

Die aktuelle Tierseuchenverfügung (Allgemeinverfügung) finden Sie hier.

 

Pressemitteilung

 

 
 
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