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Oberflächengewässer

Im Kreis Herford gibt es rund 1.000 km Fließgewässer und zahlreiche Teichanlagen. Sie alle unterliegen den Regelungen des Wasserrechts, das zum Schutz dieser Gewässer zahlreiche Erlaubnis- und Genehmigungserfordernisse vorsieht.

Im Rahmen des Gemeingebrauchs erlaubnisfrei ist die Benutzung der Bäche und Flüsse zum Baden, Viehtränken, Schöpfen mit Handgefäßen, Eissport und Befahren mit Wasserfahrzeugen ohne eigenen Antrieb. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten gibt es jedoch teilweise Einschränkungen, die bei der unteren Landschaftsbehörde zu erfragen sind.

Das Angeln in Bächen, Flüssen und Seen wird nicht durch das Wasserrecht, sondern das Fischereirecht geregelt. Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Amtes für Sicherheit und Ordnung.

Die Wasserqualität von Badeseen steht dagegen unter der besonderen Überwachung durch das Amt für Gesundheit des Kreises Herford

 

Ausbau und Renaturierung von Gewässern

Baumaßnahmen im Rahmen der GewässerrenaturierungGewässer sind wichtige, aber auch empfindliche Bestandteile des Naturhaushaltes und stehen deshalb unter einem besonderen gesetzlichen Schutz.

Dieser gilt nicht nur für das Gewässer an sich, sondern auch für die Uferbereiche und auch dann, wenn ein Gewässer auf einem Privatgrundstück verläuft. Jede wesentliche Veränderung an einem Gewässer oder an seinen Ufern bedarf daher einer besonderen Genehmigung.

Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik Was erledige ich wo?

 

Anlagen am Gewässer

Zum Schutz vor Hochwasserschäden muss bei fließenden Gewässern der ordnungsgemäße Wasserabfluss sichergestellt sein. Anlagen in und am Gewässer können Hindernisse für den Wasserabfluss darstellen und erschweren zudem häufig die Gewässerunterhaltung. Die Errichtung oder wesentliche Änderung von Anlagen in oder an Gewässern bedarf daher einer Genehmigung.

Unter der Rubrik Was erledige ich wo? erhalten Sie nähere Informationen.

 

Teichanlagen

Teiche sind künstlich angelegte stehende Gewässer. Teiche können auf mehrere Arten entstehen:

  • durch Ausbau und Anstau eines Fließgewässers (dies nennt man einen Teich im Hauptschluss eines Gewässers),
  • durch Entnahme von Wasser aus einem Fließgewässer, wobei der Ablauf aus dem Teich wieder eingeleitet wird (das nennt man einen Teich im Nebenschluss),
  • durch Freilegen von Grundwasser oder
  • durch das Sammeln von Regenwasser (sogenannte Himmelsteiche).

Wasserwirtschaftlich bedeutsam sind insbesondere die Teiche im Haupt- und Nebenschluss eines Gewässers, weil sie erhebliche negative Auswirkungen auf das Fließgewässer haben können. Der Ausbau eines Gewässers zu einem Teich, sowie die Entnahme und das Wiedereinleiten von Wasser zur Speisung eines Teiches bedürfen daher einer Genehmigung. Auch das Freilegen von Grundwasser ist genehmigungsbedürftig, allerdings kommen Teiche dieser Art seltener vor.

Durch den Aufstau eines Gewässers wird den Wasserorganismen die Möglichkeit genommen, das Gewässer zu durchwandern. Das gestaute Wasser erwärmt sich und wird dadurch sauerstoffärmer. Im stehenden Wasser reichern sich Nährstoffe an, so dass ein Teich einen gänzlich anderen Charakter als ein Fließgewässer hat.

Wird ein Teich für eine intensive Fischzucht genutzt, gelangen neben dem erwärmten und nährstoffreichen Teichwasser auch die Ausscheidungen der Fische, Futterreste und eventuell Fischmedikamente in das Fließgewässer. Solche intensiv genutzten Teiche sind daher aus gewässerökologischer Sicht sehr kritisch zu beurteilen.

Genehmigungsfrei sind künstlich angelegte Zier- und Gartenteiche, die keine Verbindung zu Fließgewässern oder dem Grundwasser haben.

 

Gewässerschauen

Die Unterhaltung der Bäche und Flüsse ist Aufgabe der Städte und Gemeinden im Kreis Herford. Die Gewässerunterhaltung umfasst nach den gesetzlichen Vorschriften die Pflege und Entwicklung des Gewässers und die Erhaltung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses. Zur Feststellung, ob ein Gewässer ordnungsgemäß unterhalten wird, sind Gewässerschauen durch den Kreis gesetzlich vorgeschrieben.

Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wasserbehörde werden in jedem Jahr etwa 100 km Gewässerstrecke geschaut beziehungsweise abgegangen. Bei den Gewässerschauen werden nicht nur Missstände an den Gewässern wie beipielsweise ungenehmigte Einleitungen oder illegale Gewässerausbauten festgestellt. Sie liefern jedes Jahr auch wertvolle Hinweise für Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes der Gewässer.

Die Gewässerschauen finden im Regelfall jährlich im März und April statt, die genauen Termine werden öffentlich im Amtsblatt bekannt gemacht; ferner sind sie für das Jahr 2017 hier zu finden. Gewässeranlieger sind berechtigt, an den Gewässerschauen teilzunehmen.

 

Hochwasserschutz

Außerordentliche Hochwasser können große Schäden verursachen. Wenn es auch keinen absoluten Hochwasserschutz geben kann, so können vorsorgende Schutzmaßnahmen Schäden zumindest reduzieren. Hochwasserschutz erfordert die Freihaltung oder Schaffung von Räumen, in denen das Wasser zurückgehalten werden kann, den sogenannten Retentionsräumen. In besonders hochwassergefährdeten Gebieten, den gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten, darf daher grundsätzlich nicht gebaut werden. Eine Übersicht über die festgesetzten Überschwemmungsgebiete finden Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen.

Wo es möglich ist, werden vorhandene Retentionsräume beipielsweise durch die Zurückverlegung von Deichen wieder aktiviert oder neue Räume in Form vom Hochwasserrückhaltebecken geschaffen. Dies sind Aufgaben des überörtlichen Hochwasserschutzes, der Aufgabe aller Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen ist.

Da Hochwasser nicht vor Kreisgrenzen Halt macht, haben die Kreise Minden-Lübbecke, Lippe, Gütersloh und Herford sowie die Stadt Bielefeld den Werre-Wasserverband gegründet, der für sie die Aufgaben des überörtlichen Hochwasserschutzes wahrnimmt.

Für örtlich wirksame Hochwasserschutzmaßnahmen und den Bau von Deichen sind die Städte und Gemeinden zuständig.

 
 
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