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Schornsteinfegerangelegenheiten

Foto eines SchornsteinfegersDas Schornsteinfegerwesen hat wegen der im öffentlichen Interesse zu erfüllenden Aufgaben, beispielhaft sei hier nur der Brand- und Umweltschutz genannt, eine Sonderstellung inne. Der Schornsteinfeger übt seinen Beruf in einem zugewiesenen Bezirk aus, dem sogenannten Kehrbezirk. Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger steht während der gesamten Zeit seiner Berufstätigkeit unter behördlicher Aufsicht von Bezirksregierung und Kreisverwaltung.

Gleichzeitig unterstützt die Kreisverwaltung die Schornsteinfeger bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, wenn es einmal hakt: Wir ziehen von säumigen Zahlern die Gebühren ein und müssen ab und zu dafür sorgen, dass der Schornsteinfeger seine Pflicht erfüllen kann. Diese für alle Beteiligten unangenehme Situation wird als Zwangskehrung bezeichnet.

Zu den Aufgaben der Bezirksschornsteinfegermeister und deren Mitarbeitern gehören die regelmäßige Überprüfung und Reinigung von Schornsteinen und Feuerungsanlagen sowie die Beratung über Energieeinsparmöglichkeiten. Art und Häufigkeit der durchzuführenden Kehr- und Überprüfungsarbeiten werden durch den Gesetzgeber festgelegt und vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger in einem Feuerstättenbescheid aufgeführt. Hauseigentümer und Hausbewohner sind verpflichtet, kehr- und überprüfungspflichtige Anlagen fristgerecht reinigen und überprüfen zu lassen und dem Bezirksschornsteinfeger beziehungsweise seinen Mitarbeitern zu diesem Zweck Zutritt zum Grundstück und zu den Räumlichkeiten zu gewähren.

Das Gebiet des Kreises Herford ist derzeit in 25 Kehrbezirke eingeteilt. Über die Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Detmold können Sie einfach herausfinden, wer Ihr zuständiger bevollmächtigter Bezirksschornsteinfegermeister ist:

Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Detmold

Im Schornsteinfegerregister des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle können Sie außerdem auf elektronischem Weg überprüfen, welche Anbieter die Voraussetzungen zur selbständigen Ausübung von Schornsteinfegerarbeiten erfüllen:

Schornsteinfegerregister

 

Neuregelung des Schornsteinfegerwesens seit dem 01.01.2013

Zum 01. Januar 2013 ist das Gesetz zur Neuregelung des Schornsteinfegerwesens vollständig in Kraft getreten. Damit sind auch für Sie einige wichtige Änderungen verbunden.

Ihr bisheriger Bezirksschornsteinfegermeister – er wird jetzt als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger bezeichnet – führt auch zukünftig zweimal in sieben Jahren eine sogenannte Feuerstättenschau in Ihrem Gebäude durch. Diese Begutachtung aller Feuerungsanlagen dient dem vorbeugenden Brandschutz. Nach jeder Feuerstättenschau erhalten Sie einen Feuerstättenbescheid. Darin ist festgehalten, welche Kehr- und Messarbeiten durchgeführt werden müssen und bis wann sie zu erledigen sind.

Nach dem neuen Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) müssen Sie selbst seit diesem Jahr dafür sorgen, dass alle im Feuerstättenbescheid aufgeführten Tätigkeiten fristgerecht ausgeführt werden!

Die Ausführung der Arbeiten können Sie weiterhin Ihrem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger überlassen – dann brauchen Sie nichts weiter zu tun. Allerdings kann dieser auch – aus welchen Gründen auch immer – die Ausführung der Kehr- und Überprüfungsarbeiten ablehnen! Eine Ablehnung bei den hoheitlich wahrgenommenen Tätigkeiten ist aber nicht möglich.

Sie können aber auch einen anderen Schornsteinfeger oder einen für Schornsteinfegerarbeiten zugelassenen Betrieb beauftragen. Sollten Sie den Wunsch haben, die Kehr- und Messarbeiten von einem anderen Betrieb erledigen zu lassen, müssen Sie anhand eines Formblattes die Ausführung der Arbeiten nachweisen. Den Vordruck erhalten Sie vom ausführenden Betrieb und lassen ihn Ihrem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfe-ger zukommen. Dieser Nachweis muss bis spätestens zwei Wochen nach Ablauf der im Feuerstättenbescheid genannten Frist bei ihm eingegangen sein.

 

Was passiert, falls Sie nichts tun?

In diesem Fall werde ich als Aufsichtsbehörde von Ihrem bevollmächtigen Bezirksschornsteinfeger darüber in Kenntnis gesetzt, dass die erforderlichen Arbeiten nicht durchgeführt worden sind und muss eine sogenannte „Zwangskehrung“ anordnen. Sie erlaubt mir, auch ohne Ihr Einverständnis den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu beauftragen, die Kehrung durchführen zu lassen. Neben vermeidbarem Ärger entstehen für Sie erhebliche zusätzliche Kosten.

 

Es kann aber auch so weitergehen wie bisher

Wenn Sie als Eigentümer alle vorgeschriebenen Schornsteinfegerarbeiten nach wie vor von Ihrem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger durchführen lassen, ändert sich für Sie durch diese Neuregelung nichts. Ihr bisheriger Schornsteinfeger hat seinen Kehrbezirk behalten und wird die Termine für die vorgeschriebenen Arbeiten mit Ihnen absprechen und sie fristgerecht durchführen.

Für Sie ist wichtig zu wissen, dass sogenannte hoheitliche Aufgaben weiterhin ausschließlich durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger durchgeführt werden. Zu diesen Aufgaben gehören

  • das Führen des Kehrbuches und die Kontrolle, ob die vorgeschriebenen Schornsteinfegerarbeiten fristgerecht durchgeführt werden
  • die Durchführung der Feuerstättenschau, die Prüfung der Betriebs- und Brandsicher-heit der Anlagen und der Erlass des Feuerstättenbescheides
  • die Meldung von Mängeln an den Feuerungsanlagen
  • die Ausstellung von Bescheinigungen zu Bauabnahmen nach § 43 Abs. 7 Bauordnung NRW (dazu zählen Errichtung oder Änderung von Schornsteinen sowie der Anschluss von Feuerstätten an Schornsteine oder Abgasleitungen)

 

Wichtige Tipps

Bitte achten Sie unbedingt auf

• die fachliche Qualifizierung des von Ihnen beauftragten Betriebes,

• die fristgerechte Durchführung der Schornsteinfegerarbeiten,

• das ausgefüllte Formblatt, das termingerecht bei Ihrem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger vorliegen muss.

 

 
 
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