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Natur

Zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald - abwechslungsreiche Landschaftsbilder und schützenswerte Natur

Die reizvolle und reich ausgestattete Landschaft des Ravensberger Hügellandes wird oft mit einer Parklandschaft verglichen. Die alte Kulturlandschaft ist geprägt durch ausgedehnte Ackerflächen, die durch das Grün der Wiesen, der Ufergehölze an den Fließgewässern, den kleinen Feldgehölzen, der Hecken und der Wälder unterbrochen sind. Verkehrswege und Besiedlung vervollständigen das Landschaftsbild.

Um diese 450 qkm große Kultur- und Naturlandschaft zu erhalten und damit auch vielen Tier- und Pflanzenarten weiterhin einen Lebensraum im Kreis Herford zu bieten, wurden in den vergangenen Jahrzenhnten Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewisen. Etwa 500 Naturdenkmale, überwiegend Bäume, aber auch einige Teiche, Heideflächen und aufgelassene Steinbrüche, gehören dazu.

Der Brandbach im Naturschutzgebiet Bustedter WiesenDas Gerüst des Naturschutzes bilden die vielen kleinen und größeren Fließgewässer, die wie ein Adersystem das Kreisgebiet durchziehen. Eine regionale landschaftliche Besonderheit sind die zu Kastentälern ausgebauten Mulden- oder Kerbtäler, Sieke genannt. Diese Sieke wurden durch die Eiszeit vorgeformt, im 16. und 17. Jahrhundert erhielten sie durch die Wiskenmaker (Wiesenmacher) ihre typische Form. Die Talränder wurden steil abgestochen, der Bach meist an die Seite gelegt, so dass im Talgrund eine relativ große Grünlandfläche entstand, die zuverlässig zwei bis drei Schnitte hergab. Oft wurden diese Flächen auch noch geflößt, um ein frühzeitigeres Wachstum anzuregen und gleichzeitig zu düngen. An den steilen Böschungen bildeten sich Gehölzsäume, die sowohl Bau- als auch Kaminholz lieferten.

Der Rückgang der Viehhaltung und der Einsatz von Großmaschinen machten diese Flächen für die moderne Landwirtschaft jedoch uninteressant, boten aber vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Diesen Umstand hat der Naturschutz aufgegriffen, auch weil das Fließgewässersystem eine Grundlage für einen Biotopverbund liefert.

Artenschutzteich in den Bustedter WiesenWiesen und Weiden verschiedenster Nährstoff- und Feuchteausprägung, Fließ- und Stillgewässer unterschiedlichster Größe, Feldgehölze, Hecken, Wälder, Heideflächen, Niedertorfe und Erdfalltrichter bilden ein reichhaltiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. Das Hücker Moor in Spenge, eine ehemalige Niedermoor-Abgrabung, ist die größte Wasserfläche im Kreis Herford und ist naturgemäß auch ein beliebtes Erholungsziel.

Der Doberg in  Bünde mit seinen ausgedehnten Magerrasen und Mergelhängen ist das trockene Pendant. Auch ist der Doberg mit seiner vollständigen Oligozänschichtfolge weltweit von wissenschaftlicher Bedeutung seit er 1971 durch internationale Übereinkunft sogar den geologischen Stratotypus für den oberoligozänen Zeitabschnitt darstellt. Ein Besuch des Museums Bünde, zu dem auch das Doberg-Museum zählt, ist immer einen Besuch Wert.

Im Rahmen des Weser-Werre-Else-Projektes, ein Kooperationsprojekt der Kommunen des Kreises Herford und des Nachbarkreises Minden-Lübbecke, werden die sommerkalten Forellen-Fließgewässer naturnah umgebaut und für Wanderfische durchwanderbar gemacht.

 

Logo des Gewässerentwicklungsprojekts Weser-Werre-Else

Gewässerentwicklungsprojekt

Im März 2004 haben sich die gewässerunterhaltungspflichtigen Städte, Gemeinden und Wasserverbände aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke und die Kreise selbst zum Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else zugesammengeschlossen.

Mit dem Projekt werden verschiedene Ziele verfolgt:

  • Die heimischen Fließgewässer werden entsprechend den Forderungen der europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie wieder in einen möglichst naturnahen Zustand versetzt.
  • Arbeitslose Menschen erhalten wieder Arbeit oder die Chance, durch Qualifizierung auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.
  • Bürokratische Hürden werden abgebaut.
  • Der Gewässerschutz wird stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.

In den letzten Jahren wurden große Summen in den Ausbau der Kläranlagen investiert, mit dem Ergebnis, dass sich die Wasserqualität in den Bächen und Flüssen deutlich verbessert hat. Eine gute Wasserqualität alleine macht aber noch keinen naturnahen Bachlauf aus. Die gewässertypischen Tier- und Pflanzenarten sind auf naturnahe Strukturen im und am Bach angewiesen. Von besonderer Bedeutung ist, dass sie den gesamten Bachlauf möglichst ungehindert durchwandern können.

In der Vergangenheit wurden viele Bäche begradigt, eingeengt und massiv befestigt. Die natürlichen Strukturen wurden dabei häufig zerstört. Die Wanderwege der Bachtiere wurden durch Wehre, Verrohrungen und Sohlabstürze unterbrochen. In der Folge verschwanden viele an den Lebensraum Fließgewässer gebundene Arten, wie beispielsweise der Eisvogel, die Bachforelle oder Libellen.

Im Rahmen des Gewässerentwicklungsprojektes Weser-Werre-Else werden Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der heimischen Bäche geplant und durchgeführt. Beispiele für Maßnahmen sind:

  • Entfernung massiver, naturferner Ufersicherungen
  • Gewässeraufweitungen
  • naturnahe Gestaltung und Bepflanzung der Ufer
  • Anlage von Uferrandstreifen
  • Offenlegung verrohrter Gewässerabschnitte
  • Abriss oder Umgestaltung von Wanderhindernissen
  • Bau von Sohlgleiten oder Furten
  • Verlegung und Renaturierung ganzer Gewässerabschnitte.

Zur Durchführung dieser Arbeiten sind bei zwei Beschäftigungsträgern rund 100 Personen beschäftigt und zwar überwiegend ehemalige Langzeitarbeitslose.

Die Finanzierung des Projektes erfolgt zu 72% aus Zuschüssen des Landes NRW, zu 18% aus Eigenmitteln der Städte und Gemeinden sowie zu 10% aus Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit.

 

Projekte zum Schutz gefährdeter Arten werden durchgeführt: der Amphibienschutz an Straßen im Frühjahr während der Laichwanderung, aber auch durch die Anlage neuer Gewässer für besonders gefährdete Arten wie den Laubfrosch und den Kammmolch. Feuchtwiesenpflege für Wiesenbrüter wie der Kiebitz oder die Bekassine, Erhaltung von Steilwänden an den Gewässern zur Förderung der Eisvogelpopulationen, schonende Gewässerunterhaltung und Verbesserungsmaßnahmen für Steinbeisser, Groppe und Lachs. Für die Fledermäuse werden Altholzbäume gefördert und bei Hauseigentümer für den Unterschlupf der Wochenstuben geworben. Für Feldlerche und Feldsperling werden in der landwirtschaftlichen Fläche Überlebensnischen geschaffen. Den Reptilien helfen freigeschnittene Böschungen und Rohbodenabschnitte für ihre Brut und den Unterschlupf. Der Steinkauz bedankt sich für das Aufhängen von Brutröhren durch Zunahme seines Bestandes.

Entdecken Sie unsere reizvolle und schützenswerte Natur per Rad, im Kanu oder auf Schusters Rappen.

 
 
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